Am vergangenen Wochenende waren wir in den Niederlanden auf der Musikmesse „Dancefair 2016“ und wollen euch unsere Eindrücke nun in Form eines Reviews präsentieren. Denn das Konzept Dancefair bietet Hobbyproduzenten und -musikern eine Plattform, um sich auszutauschen und auch Neues von bereits erfolgreichen Künstlern zu lernen. Welche Möglichkeiten euch dort geboten werden, um eure Karriere voranzutreiben und vor allem, wie viel Sinn es macht dort teilzunehmen ohne Niederländischkenntnisse erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wenn ihr noch Frage zu Dancefair oder Musikfair habt, dann könnt ihr diese in den Kommentaren unter dem Artikel stellen.

“Dancefair is a great initiative, a gathering of creative and like minded people.” – Laidback Luke

“45 minutes was way to short to reveal my studio workflow – next year three hours please!” – Hardwell 2015

“Dancefair is massive, the place where up and coming talent can get tutored.
I teach there every year, I love it.” – Alvaro

Dancefair – Allgemein

Dancefair 2016 Review

Dancefair ist eine niederländische Musikmesse, die im Jaarbeurs in Utrecht veranstaltet wird. Die Niederländer sind für Dance Music bekannt, haben viele talentierte Musiker hervorgebracht und auch viele bedeutende Firmen aus der elektronischen Musikbranche sind dort zu Hause. Grund genug dort auch eine Musikmesse zu veranstalten, die vor allem für Newcomer gedacht ist. Dancefair ermöglicht es den Besuchern Gleichgesinnte kennenzulernen, aber auch den Bekanntenkreis zu erweitern. Wer schon einen fertigen Track hat, kann dort Labels treffen und vielleicht sogar demnächst auf Dyro’s Label WOLV, Dannic’s FONK, Spinnin‘ Records oder einem anderen bekannten Label diesen Song veröffentlichen. Nein, das ist kein Scherz! Niederländische A&Rs oder sogar die Künstler selbst sind im Jaarbeurs direkt vor Ort, um auf Dancefair nach neuen Talenten zu suchen und diese im besten Fall auch unter Vertrag zu nehmen.

Production Masterclasses

Sick Individuals Dancefair 2016

In diesem Jahr standen wieder eine Reihe von wirklich interessanten Production Masterclasses auf dem Programm. Produzenten konnten sich 2016 auf Dancefair Tipps von Hardwell, Dannic, Jay Hardway, John Christian, Sick Individuals und noch vielen mehr holen. Das Besondere daran? Die Teilnehmer durfte alles Fragen, was ihnen so in den Sinn kam und konnten so einen Einblick in die Arbeitsweise ihrer Idole bekommen. Jeder Starproduzent hatte natürlich immer einen seiner Tracks dabei, den er zeigte. Jay Hardway bot beispielsweise Einblicke in „Bootcamp“ und zeigte sogar einen gerade erst begonnen Track. Dannic baute seine ganze Masterclass als Q&A auf – er beantwortete also eigentlich generell nur die Fragen der Anwesenden.

Kleiner Nachtteil für alle, die kein Niederländisch sprechen: die Production Masterclasses wurden alle in der Muttersprache der Vortragenden gehalten. Warum? An den ganzen Vorträgen nahmen auch viele jüngere Produzenten teil, die wahrscheinlich noch nicht so gut Englisch können. Fragen wurden trotzdem auch auf Englisch akzeptiert und dann natürlich auch auf Englisch beantwortet. Der Veranstalter spielt übrigens mit dem Gedanken das ganze Event noch internationaler zu machen und daher noch mehr Vorträge auf Englisch anzubieten. „Mixing & Mastering with John Christian“ war aber beispielsweise an beiden Tagen auf Englisch.

The Network

Alle Dancefair – Teilnehmer hatten die Chance Termine mit Künstlern, A&Rs oder Managern der verschiedensten Musikfirmen zu vereinbaren. Im Jaarbeurs wurde ein eigener Bereich nur für „The Network“ eingerichtet, wo man dann an einem Tisch Platz nehmen und wertvolle Tipps für die eigene Karriere ergattern konnte. Besonders wichtig sind vor allem auch die Kontakte in der Musikbranche. Auf Dancefair hatte man somit die Möglichkeit einige interessante Persönlichkeiten aus der Szene zu treffen und einen Grundstein für die zukünftige Karriere zu legen.

Auch neben „The Network“ gibt es auf Dancefair zahlreiche Möglichkeiten sein Netzwerk zu vergrößern. Bei diversen Vorträgen kann man danach versuchen noch mit den Sprechern ins Gespräch zu kommen. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auf Dancefair unzählige andere Produzenten herumlaufen, die alle dieselbe Leidenschaft teilen. Wieso also nicht Tipps und Tricks austauschen? Vielleicht möchte man in Zukunft sogar zusammenarbeiten.

Demo Drop

Dancfair 2016 Fonk Rec

Natürlich waren auch zahlreiche Labels auf Dancefair 2016. Allen voran Fonk Recordings, Dannic’s neues Label. Der Niederländer kündigte seine Anwesenheit auf Dancefair schon auf diversen Social Media Plattformen deutlich an und war dann gemeinsam mit dem Labelmanager das ganze Wochenende lang dort, um sich die Demos aller Teilnehmer anzuhören. Auch WOLV, Skink, Freeway Recordings, Wall Recordings und noch viele mehr waren auf Dancefair. Wer sich also ein Ticket für Dancefair kauft, kann sich direktes Feedback holen und vielleicht sogar einen Plattenvertrag ergattern. Alleine aus diesem Grund zahlt sich ein Besuch auf der niederländischen Musikmesse schon aus.

Technik

Pioneer DJ Dancefair

Was wäre eine Musikmesse ohne Technik? Unmöglich! Genau. Aus diesem Grund sind auch auf Dancefair zahlreiche Hard- und Software – Anbieter vor Ort. Pioneer DJ hatte auf Dancefair 2016 sogar einen eigenen Raum (siehe Bild), in dem man bei zahlreichen Workshops die genaue Bedienung der Geräte lernen konnte und auch Fragen stellen durfte. In der Expo-Halle waren generell zahlreiche Technikfirmen vor Ort. Der Vorteil einer Messe ist natürlich, dass man die Geräte direkt ausprobieren kann und auch meist einen Rabatt bekommt, falls man sich tatsächlich für den Kauf entscheidet.

 Unser Fazit

Ein Besuch auf Dancefair zahlt sich auf jeden Fall aus und sollte für alle Produzenten eigentlich Pflicht sein. Wer kein Niederländisch versteht, wird zwar in machen Vorträgen Schwierigkeiten haben, aber letztendlich noch immer genug Positives von der Messe mitnehmen können. Man muss nur wissen, wie man das beste für sich herausholt. Wir können euch Dancefair also sehr empfehlen und werden euch auch weiterhin über diese Messe auf dem Laufenden halten.

Noch Fragen oder Anregungen zu Dancefair? Dann einfach die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag nutzen!